Die Beauftragung von Kunstmalern mit der Anfertigung von Ölgemälden durch Adlige und vermögende Bürger und Kaufleute war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein blühendes künstlerisches Gewerbe. Hauptmotive für die in Auftrag gegebenen Gemälde waren Portraits von Persönlichkeiten aus der Adels- und Kaufmannsschicht, Stilleben und Landschaften. In der Portraitmalerei dienten Auftragsgemälde unter anderem der Zuschaustellung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolgs und Status des Auftraggebers. Ein erheblicher Anteil der heute in namhaften Kunstmuseen weltweit ausgestellten Werke alter Meister wie Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens, Caspar David Friedrich oder Michelangelo Merisi da Caravaggio geht auf Aufträge wohlhabender Kunden und Mäzene zurück. Eine der bekanntesten Auftragsmalereien ist Die Nachtwache von Rembrandt van Rijn. Er fertigte dieses Gemälde 1642 im Auftrag der Amsterdamer Schützengilde. Mit der Verbreitung der Fotografie im 19. Jahrhundert ebbte die Bedeutung insbesondere der auftragsbezogenen Portraitmalerei in Europa ab.
Der Auftraggeber eines Künstlers unterscheidet sich von dem Mäzen dadurch, dass der Mäzen keine konkrete Gegenleistung für seine Leistungen verlangt. Zwar kann der Mäzen durchaus ein eigenes Interesse verfolgen, etwa den Gewinn von Ansehen, wie es heutzutage bewusst im Sponsoring eingesetzt wird, aber er fordert kein spezielles Werk.
Ansätze zu einer Wiedererstarkung auftragsbezogener Ölmalerei sind seit einigen Jahren durch die Angebote internetbasierter Malwerkstätten zu verzeichnen. Standardisierte Fertigungsabläufe in Verbindung mit Künstlerkooperationen und günstigen Kostenstrukturen haben in Westeuropa und den USA wieder zu einem zunehmenden Interesse an individuellen Ölgemälden nach Fotovorlage geführt.
Web links
Quelle: wikipedia.de
Auftragsmalerei bei wooop.de
«
zurück zur Übersicht